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Lineare Algebra

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Tags: Koeffizientenspielchen

 
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Randolph Esser

Randolph Esser aktiv_icon

13:05 Uhr, 16.10.2026

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Hallo Leute,

anknüpfend an meinen letzten Thread geht es weiter
mit einer etwas schrulligen Aufgabe, wie ich finde,
die sich im Anhang befindet
(dort steht auch eine erste alte, wenig elaborierte Antwort von mir).
Hier dazu meine aktuelle, vorläufige Antwort:

Seien V ein ℂ -Vektorraum, n∈ℕ≥0 und v1,...,vn∈V.
OBdA kann dim(V)≥n angenommen werden.
Dann gibt es maximal s≤n über ℝ linear unabhängige Vektoren im System v1,..,vn,
die den UVR Lℝ(v1,...,vn) aufspannen
und nach eventuellem Umordnen kann also
Lℝ(v1,..,vn)=Lℝ(v1,..,vs) angenommen werden
und insbesondere dimℝ(Lℝ(v1,..,vn))=dimℝ(Lℝ(v1,..,vs))=s.
Seien nun λk=αk+iβk∈ℂ mit αk,βk∈ℝ für alle 1≤k≤n.
Dann zeigt die Rechnung
∑k=1nλkvk=∑k=1nαkvk+i∑k=1nβkvk,
dass dimℝ(Lℂ(v1,...,vn))=2s gilt
(v1,...,vs,iv1,...,ivs ist eine ℝ -Basis von Lℂ(v1,..,vn)).
Die Zahlenpaare sind also {(r,s)∈ℕ≥02:s≤n,r=2s}.

≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈≈

Wie findet ihr meinen Abwasch,
wie würdet ihr die Aufgabe bearbeiten ?



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Randolph Esser

Randolph Esser aktiv_icon

14:19 Uhr, 16.10.2026

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Meine Antwort oben ist sicher falsch, Gegenbeispiel:

V=ℂ als ℂ -Vektorraum und 1,i∈ℂ, also n=2.
Dann gilt s=dimℝ(Lℝ(1,i))=dimℝ(ℂ)=2
und auch r=dimℝ(Lℂ(1,i))=dimℝ(ℂ)=2.

Wegen Lℂ(v1,...,vn)=Lℝ(v1,...,vn,iv1,...,ivn)
und somit dimℝ(Lℂ(v1,...,vn))=dimℝ(Lℝ(v1,...,vn,iv1,...,ivn))
ziehe ich mich für gegebenes n und einen gegebenen Vektorraum auf

{(r,s)∈ℕ≥02:s=dimℝ(Lℝ(v1,...,vn))≤2dimℂ(V),s≤r≤max(2s,2dimℂ(V))},

und da man den Vektorraum (wie auch die n Vektoren) frei wählen darf, dann auf die Antwort

{(r,s)∈ℕ≥02:s≤n,s≤r≤2s}

für gegebenes n zurück.

Wer kennt/kann diese Aufgabe schon/hat eine Musterlösung ?
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Randolph Esser

Randolph Esser aktiv_icon

12:09 Uhr, 17.10.2026

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Hallo nochmal,
hat sich erledigt.
Ich kann die Aufgabe nun vollständig und korrekt beantworten.
Wenn ihr wollt (der Matheboss), könnt ihr diesen Thread
hier gerne löschen.
Ich selbst kann das wohl nicht...

Wenn einer ne Musterlösung zu der Aufgabe hat,
wäre ich aber immer noch interessiert.
Antwort
Punov

Punov aktiv_icon

12:32 Uhr, 17.10.2026

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Hallo!

Ich denke, die Schwierigkeit bei dieser Aufgabe besteht hauptsächlich darin, erstmal zu verstehen, was man machen soll. Daher ist sie vermutlich mit einem Sternchen (wahrscheinlich für "etwas anspruchsvoller") markiert.

Der Einleitungstext legt nahe, dass man das dort Gesagte für den komplexen Vektorraum Lℂ(v1,…,vn) durchspielen soll, also mal d:=dimLℂ(v1,…,vn) setzt und dann (erstmal notwendige) Bedingungen für r und s in Abhängigkeit von d bestimmt.

Wenn ich das mache, bekomme ich zu jedem Paar (r,s) die Bedingungen


(1) r=2d mit 0≤d≤n,
(2) d≤s≤min{2d,n}.

Streng genommen muss man jetzt noch zeigen, dass diese Bedingungen auch hinreichend sind, d.h. wenn ein Paar (r,s) die Bedingungen (1) und (2) erfüllt, dann existieren so ein Raum und solche Vektoren auch tatsächlich. Um das zu zeigen, kann man am besten eine einfache Konstruktion für einen solchen Raum / solche Vektoren angeben, am einfachsten wohl, indem man V=ℂn mit Standardbasisvektoren e1,…,en nimmt und dann

vk=ek für 1≤k≤d,

vd+k=iek für 1≤k≤s-d

vk=0 für s+1≤k≤n

wählt.

Deckt sich das mit deinen Ergebnissen?

Viele Grüße
Frage beantwortet
Randolph Esser

Randolph Esser aktiv_icon

13:25 Uhr, 17.10.2026

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Hallo Punov,

Danke für Deinen Beitrag, Treffer, versenkt.
Das Problem wäre jetzt noch, das Ganze
schön vollständig und formal korrekt hinzuschreiben.
Ich bin im Moment ein bisschen faul
und auch schon wieder ein Kapitel weiter
(bei dem nächsten Problemkind), also werde
ich das nicht in Angriff nehmen.
Wenn einer eine Musterlösung hätte,
wäre das nicht schlecht...
Antwort
Punov

Punov aktiv_icon

14:45 Uhr, 18.10.2026

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Hallo,

um mir etwas Schreibarbeit zu schreiben, seien LC:=Lℂ(v1,…,vn) und LR:=Lℝ(v1,…,vn) sowie d:=dimℂLC.

Da v1,…,vn die Hülle LC erzeugen, gilt 0≤d≤n. Fasst man LC als reellen Vektorraum auf, verdoppelt sich seine Dimension, also r=2d. Somit ist r eine gerade Zahl mit 0≤r≤2n.

Da LR von maximal n Vektoren aufgespannt wird, gilt s≤n und da LR⊆LC, gilt außerdem s≤r, somit s≤min(n,r)=min(n,2d). Weiter lässt sich LC schreiben als LC=LR+iLR und mit der Dimensionsformel für Untervektorräume folgt r≤s+dimℝ(iLR)=2s bzw. d=r/2≤s, sodass insgesamt d≤s≤min(n,2d).

Den Existenzbeweis per Konstruktion habe ich ja oben schon aufgeschrieben und damit ist der Beweis fertig.

----

Vielleicht noch als Ergänzung nebenbei:

Die Summe LC=LR+iLR ist im Allgemeinen nicht direkt. Zum Beispiel seien V=ℂ2 sowie v1=e1 und v2=iv1=(i,0). Dann gilt s=2, LR=iLR und somit ist die Summe nicht direkt. Wenn man aber z.B. v1=e1 und v2=e2 nimmt, ist die Summe direkt, also LC=LR⊕iLR, und die untere Schranke für s wird exakt angenommen.
Frage beantwortet
Randolph Esser

Randolph Esser aktiv_icon

18:00 Uhr, 18.10.2026

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Hallo Punov,

vielen Dank für die weiteren Erläuterungen.
Ja, diese Trick verstehe ich wohl, z.B. dass
dimℝ(Lℂ(e1,...,ek))
=dimℝ(Lℝ(e1,...,ek,ie1,....,iek))
=2k
=2dimℝ(Lℝ(e1,...,ek))
=2dimℂ(Lℂ(e1,...,ek)),
also dass ek und iek über ℝ linear unabhängig
und über ℂ linear abhängig sind, usw.,
und dass und wie man damit Beispiele für die Tupel (r,s)
konstruieren kann.
Alles sehr klar jetzt, Danke.