Mathematik online lernen im Mathe-Forum. Nachhilfe online
Startseite » Forum » Lineare Algebra

Lineare Algebra

Schüler

Tags: Aufgabe 4

 
Antworten Neue Frage stellen Im Forum suchen
Neue Frage
Randolph Esser

Randolph Esser aktiv_icon

17:04 Uhr, 18.10.2026

Antworten
Hallo, letzte noch kommunizierende Mathemenschen,

hier als Anhang eine Aufgabe mit einer Bearbeitung von mir.
Ich erkläre dort nicht alles, damit der Beweis nicht zu lang wird.
Und wer hier einsteigen will, sollte bereit sein,
sich auf eine Aufgabe einzulassen, die zunächst etwas pompös daherkommt
(vielleicht gibt es aber auch eine ganz einfache Lösung,
die ich nur nicht sehe).

Ich hätte gerne Feedback, Tipps, Meinungen zu meiner Bearbeitung
oder auch andere Bearbeitungen oder vielleicht sogar eine Musterlösung...

Aufgabe 4_Stern
Online-Nachhilfe in Mathematik
Antwort
Punov

Punov aktiv_icon

15:04 Uhr, 19.10.2026

Antworten
Hallo!

Erstmal Respekt für den Beweis. Der strukturelle Ansatz, die Aussage über den Homomorphiesatz und Quotientenräume zu faktorisieren, statt nur stumpf Elemente zu jagen, ist wirklich extrem elegant und durchdacht. Ich nehme an, du hast dich irgendwo inspirieren lassen?

Allerdings gibt es ein paar inhaltliche Fehler, Ungenauigkeiten und unnötigen Ballast, die in einer Korrektur oder Prüfung definitiv zu Punktabzug führen würden. Hier ist die detaillierte Liste, was du korrigieren müsstest:



(1) Du schreibst einmal "... mit f4(b)∈ker(g3)...", das müsste korrekt f4(b)∈ker(f3) lauten, was wegen der Exaktheit identisch mit im(f4) ist.

(2) Formuliere präziser: Die Einschränkung φ3∣ker(f3):ker(f3)→ker(g3) ist ein Isomorphismus. Gleiches gilt für die Einschränkung von φ1 auf den Kern.

(3) In deiner Skizze zeigen die Pfeile für f3′ und g3′ direkt auf die "großen" Räume V2 und W2. Das ist formal falsch, da der Homomorphiesatz die Quotientenräume auf die Bilder abbildet. Die Pfeile müssen exakt auf die Unterräume ker(f2) und ker(g2) zeigen (da wegen Exaktheit im(f3)=ker(f2) gilt.

(4) Der Pfeil φ1′ kann komplett weg, was das neue Diagramm stark vereinfacht (es ist dann nur noch ein kommutatives Quadrat): Du definierst φ1′ und versuchst es für die Surjektivität zu nutzen. Das ist ein künstlicher Umweg, den du gar nicht brauchst: Um das Element a zu finden, nutzt du einfach direkt φ1 aus dem Originaldiagramm. Da φ1 laut den scharfen Voraussetzungen surjektiv ist, gibt es für g2(b)∈W1 sofort ein x∈V1 mit φ1(x)=g2(b). Danach folgerst du über die Injektivität von φ0, dass dieses x in ker(f1)=im(f2) liegt und somit von der Form f2(a) ist.

(Wenn du doch bei φʹ bleiben möchtest, würde ich den Beweis der Bijektivität ausführen und in dem Diagramm Inklusionsabbildungen zwischenschalten.)

Alternativ kannst du die theoretischen Werkzeuge (Homomorphiesatz, Quotientenräume) auch weglassen und ganz klassisch durch das Diagramm "jagen", um Injektivität und Surjektivität von φ2 zu zeigen: etwas umständlich, aber elementarer und daher, je nach Kontext, vielleicht angemessener. Man ist sonst schon irgendwie geneigt zu fragen: Wie kommt der auf so einen Beweis?


Viele Grüße


PS. Mit welchem Buch arbeitest du da eigentlich, wenn ich fragen darf?

Frage beantwortet
Randolph Esser

Randolph Esser aktiv_icon

21:56 Uhr, 19.10.2026

Antworten
Hallo Punov,

vielen Dank für Dein Feedback.
Die Fehler werde ich demnächst, ab morgen oder so, angehen.
Den Beweis habe ich selber gemacht, kein Scherz, alles alleine.
Ich versuche mal, die erste, alte Version hier anzuhängen,
war ein großes Abenteuer für mich damals, diese Aufgabe.
Das Buch ist dem Klaus Jänich seine Lineare Algebra.
Ich bin jetzt wieder bei Kapitel 7...

16_Ü4_4_S108
Rückfrage des Fragestellers
Randolph Esser

Randolph Esser aktiv_icon

12:28 Uhr, 20.10.2026

Antworten
So, fertig.
Ich habe nur den einen, harten Fehler korrigiert,
der Rest gefällt mir so ganz gut.
Vielen Dank nochmal für Dein Feedback !

16_Ü4_4_S108
Frage beantwortet
Randolph Esser

Randolph Esser aktiv_icon

12:41 Uhr, 20.10.2026

Antworten
Haken machen...